Der lachende Tod (ARD-Radiotatort)

Der Gewürzhändler Lothar Dude stirbt bei einem Autounfall. Das ist normalerweise kein Grund für die Mordkommission, tätig zu werden. Der Kommissarin Kathrin Krämer kommt der Unfall dennoch merkwürdig vor. Zu recht, denn bei der Autopsie stellt sich heraus, dass Dude eine Überdosis Safran im Körper hatte. Dies sorgt erst für einen Lachanfall und dann für Kontrollverlust – auf der Autobahn eine tödliche Angelegenheit. Bei den Nachforschungen, ob es sich um Selbstmord handelte, stößt Krämer mit ihrem Kollegen Paquet auf eine merkwürdige Kochgruppe.

Der Name des Radiotatorts bestimmt die Sendung. Dabei ist keiner der Morde komisch. Eine Vielzahl von Männern stirbt in dieser Folge an Lebensmitteln. Meist sind es solche, gegen die sie allergisch sind. Dem Zuhörer wird dadurch schnell klar, dass irgendjemand den Herren die Nahrungsmittel bewusst unterjubelt. Dadurch weiß der Hörer vor den Kommissaren, dass es sich um Morde handelt. Doch im Zusammenhang mit der urigen Kochgruppe und vor allem ihrer Leiterin, ist der Tatort an vielen Stellen amüsant.

Die Mörderin verbirgt sich hinter einer sehr sympathischen Fassade. Dem Zuschauer ist auch schnell klar, dass der Kochclub irgendetwas mit den Toten zu tun haben muss. Denn immer wenn eine Frau Mitglied des Clubs wird, ist sie kurz danach Witwe.

Hier setzt der inhaltsschwere Teil der Handlung ein. Alle Frauen wurden von ihren Männern in irgendeiner Form misshandelt, die meisten physisch, oft auch psychisch. Die Häufung in einem Viertel ist dabei bewusst gewählt: Häusliche Gewalt wird gesellschaftlich selten thematisiert und in ihrer Quantität oft unterschätzt. Dieser Radiotatort versucht das zu ändern. Dieser Aspekt der Handlung ist sehr gelungen. Denn das Thema wird nicht – wie in Dramen üblich – ausschließlich beklemmend dargestellt.

Stattdessen erlebt der Zuhörer in der Mörderin eine Frau, die ebenfalls jahrelang von ihrem Mann misshandelt wurde. Als er starb, merkte sie erst, das sie mit ihrem vorherigen Leben nicht zufrieden war. Nun möchte sie anderen Frauen, die sich von ihren schlagenden Ehemännern nicht lösen können, ebenfalls die Chance auf ein freies Leben ermöglichen. Dafür wählt sie die falschen Methoden. Dennoch verdeutlicht der Fall damit auch die Tragik der meisten Misshandlungen. Oft rechtfertigen die Frauen das völlig falsche Verhalten ihres Mannes, das dadurch immer weiter geht.

Das ernste Thema wird durch viel Lokalkolorit, einem Kommissar in der mid-life-crisis und einem schrillen Franzosen aufgelockert. „Lachender Tod“ ist so ein vorhersehbarer Krimi, der mit einem ernsthaften Thema und einer sympathischen Handlung dennoch zu überzeugen weiß. Der Radiotatort ist noch bis heute abend auf der Homepage der Serie downloadbar.

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