Lied von den Vergessenen (Rosenstolz)

„Lied von den Vergessenen“ ist das dritte Lied auf dem neuen Rosenstolz-Album „Wir sind am Leben“. Vor kurzem wurde angekündigt, dass dieses Lied die zweite Single des Albums sein wird.

Das Lied ist sicherlich radiotauglich. Es ist nicht besonders sperrig, Klavier und Schlagzeug sorgen für eine angenehmer Hintergrundkulisse und der Refrain ist eingängig. Dabei ist es leider wieder etwas ärgerlich, dass der Refrain mehr Platz als die Strophen einnimt. Da er sehr lang ist, bleibt gerade einmal Platz für zwei inhaltliche Strophen sowie ein Zwischenspiel.

Der Titel skizziert das Thema des Liedes bereits sehr gut. Und wie beim Lied zuvor wird ein eigentlich nachdenkliches und eher trauriges Thema in einen fröhlichen Rhythmus gegossen. Denn während AnNa im Refrain von denen singt, die von ewig gestern, die, die längst schön schlafen sind, nimmt das Lied Fahrt auf, das Schlagzeug setzt richtig ein. So lebt auch dieses Lied wieder davon, das Rhytmik und Text nicht ganz zusammenpassen.

Das lenkt etwas von dem durchschnittlichen Text ab. Denn während es ja eigentlich ein „Lied für die Vergessenen“ ist, besingt AnNa ein Verhältnis, das extrem gut ist: Wo ich auch bin, bist Du dabei. Die Erklärung dafür ist lediglich, dass zwei Vergessene sich fragen, ob irgendjemand sie nicht vergessen hat, was dann der Inhalt des Refrains ist. Allerdings kann man die Frage einfach beantworten, schließlich fragen sich dies zwei Menschen, die einander nicht vergessen haben.

Besser ist da die Botschaft des Zwischenspiels zum Schluss. Dort werden verschiedene Signale gegeben, dass einer den anderen wieder zurück ins Leben heben kann. Dann würde das Lied aussagen, dass es für jeden (gefühlt) Vergessenen auch jemanden gibt, der ihn aus diesem Zustand wieder zurückholen kann. Für diejenigen ist dann das Lied gewidmet.

Trotz der kleinen Schwierigkeiten mit dem Text ist „Lied von den Vergessenen“ kein schlechtes Lied, es ist halt nur eine typische Single, bei der der Text im Hintergrund steht. Denn beim ersten Durchhören des etwas sperrigen Albums ist dieses Lied eines der wenigen, das sofort ins Ohr geht. Leider ist der Text dann hauptverantwortlich dafür, dass man sich das Lied auch dann noch anhört, wenn andere Lieder längst mit Worten überzeugt haben. Und das kann „Lied von den Vergessenen“ nicht leisten. Insofern handelt es sich bei dem dritten Track des Albums um ein gutes Lied und leider nicht mehr.

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