Hector et les secrets de l’amour (von François Lelord)

Nachdem sich Hector bereits einmal auf die Suche nach dem Glück gemacht hat, steht im zweiten Teil die Liebe im Mittelpunkt der Reise. Hector ist immer noch Psychater und wird von der Chemiefirma, bei der seine Freundin arbeitet gebeten, sich an einer Tagung über die Liebe zu beteiligen. Dabei erfährt er, dass sein Freund der Professor Cormoran für die Firma an einem neuen Medikament arbeitet, das die Liebe revolutionieren wird. Wenn nämlich zwei Personen es gleichzeitig einnehmen, verlieben sie sich sofort dauerhaft ineinander. Professor Cormoran hatte das Medikament beinahe fertig gestellt, doch dann verschwand er. Hector soll ihn und das Medikament nun wiederfinden. Und so geht Hector wieder auf eine Reise.

Das zweite Abenteuer Hectors fällt weit hinter das erste zurück. Es spielt an viel weniger Orten, ist viel langatmiger und kann keine interessante Geschichte aufweisen.

Man merkt gleich zu Beginn, dass die Beziehung zwischen Clara und Hector nicht mehr besonders gut ist. Auf einer seiner ersten Stationen wird Hector von dem Professor zu einer Schnitzeljagd eingeladen. Dabei nimmt er das Medikament ein und verliebt sich somit sofort in eine Asiatin, mit der er sich aber nicht unterhalten kann, weil sie keine gemeinsame Sprache haben.

Der Rest des Buches ist daher die Suche nach Cormoran und die Bewältigung des Dreierverhältnisses Hector, Valyia und Clara, wobei Clara eine Affäre mit ihrem Chef Gunther unterhält. Das wird ganiert durch einige chemische und philosophische Überlegungen zur Liebe. Den letzten Teil gab es im vorherigen Roman bereits zum Glück. Das war gut, weil die theoretischen Überlegungen in eine gute Geschichte eingebettet waren. In „Hector et les secrets de l’amour“ ist das nicht der Fall.

Hector trifft den Professor nämlich sehr schnell, doch der reist immer wieder ohne Hector weiter. Dadurch bekommt Hector nie das Gegenmittel und bleibt in der irrationalen Beziehung mit der Asiatin. Dabei ist für den Leser relativ schnell ersichtlich, dass es sich bei Hectors Tablette um ein Placebo handeln musste, da er sonst zu einigen Gedanken gar nicht in der Lage sein sollte. Ärgerlich ist auch, dass von Hector kaum Eigenantrieb ausgeht, aus seiner Situation herauszukommen. Dadurch verhält er sich (genau so wie Clara) höchst irrational. Das ist zwar, wenn es um das Thema Liebe geht, durchaus angebracht. Führt hier jedoch zu vielen unglücklichen Situationen im Dschungel, die weder dem Leser noch Hector Spaß machen.

Abgesehen davon, ist die gesamte Geschichte um das Medikament des Professor albern, da sie sehr unrealistisch ist. Da hätte Lelord sich etwas Besseres einfallen lassen können. Zwar ist das Ende noch einmal ganz putzig, in dem sich herausstellt, dass alle Begleiter Hectors eigentlich nur hinter dem Professor her waren. Das rettet die Handlung jedoch nicht.

„Hector et les secrets de l’amour“ kann einige interessante Gedanken und Betrachtungen über die Liebe aufweisen. Diese sind jedoch in eine langweilige, anstrengende und letztendlich uninteressante Rahmenhandlung eingebettet. Da kann man sich auch gleich ein Buch über die psychatrischen Erkenntnisse hinsichtlich der Liebe besorgen.

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