Fischers Fall (ARD-Radiotatort)

Rainer Prahm ist ein Schwerverbrecher und wurde vor einigen Jahren von Kommissar Fischer verhaftet, weil er eine Kronzeugin hatte. Nun ist Prahm auf freiem Fuß und die Kronzeugin fühlt sich bedroht. Fischer weiß nicht, was er tun soll. Letztendlich versucht er Prahm in einer Gegenübstellung dazu zu bringen, ihn anzugreifen, um ihn dann erschießen oder verhaften zu können. Doch das Experiment geht schief, Fischer wird von Prahm gefangen genommen. Kurz darauf taucht auch die Kronzeugin Ute auf, die von Prahm grob misshandelt wird. Während der gefesselte Fischer versucht, Prahm zu beruhigen, wundert sich seine Kollegin Annika de Beers darüber, dass er so häufig in den Urlaub fährt.

Es braucht eine gewisse Zeit, bis man verstanden hat, worum es in diesem Tatort überhaupt geht. Fischers Motivation ist zwar schnell klar, doch sein Verhältnis zu der zunächst nur als Ute vorgestellten Kronzeugin und natürlich der Hintergrund von Prahms Straftat bleiben zunächst im dunkeln. So kann sich dadurch etwas Spannung entwickeln. Denn man rätselt, was eigentlich in dem Hörspiel gerade vorgeht.

Eigentlich handelt es sich bei dem Hörspiel aber um einen reinen Wettlauf gegen die Zeit. Denn die Kronzeugin wird von Prahm lebensgefährlich verletzt. Nun kommt es auf Fischers ahnungslose Kollegin an, dass sie das Rätsel löst und Fischer findet. Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Denn de Beers weiß nur, dass Fischer im Urlaub ist. Da braucht es erst einmal eine gesunde Portion Misstrauen, um überhaupt aktiv zu werden.

Es ist zunächst durchaus spannend, de Beers Rechercheversuche zu verfolgen. Doch zum Ende lässt die Spannung deutlich nach. Der Zuhörer weiß schließlich, was mit Fischer passiert ist. Daher sind die vielen Finten, auf die de Beers reinfällt, irgendwann nicht mehr interessant.

Zum Ende wird der Radiotatort jedoch noch einmal richtig gut. Denn de Beers entwickelt nicht nur eine kreative Idee, um an Prahm ranzukommen, sondern es kommt auch zu einer Tragödie. Das sorgt nicht nur für ein überraschendes Ende, sondern auch für ein offenes. Denn es ist nicht klar, was Fischer nun erwartet. Er hat eigenmächtig gehandelt und damit mehr Schaden als Nutzen angerichtet. Leider gibt es eine Reihe von Radiotatorteinsatzorten, sodass man vorraussichtlich erst in einem Jahr wieder etwas aus Magedburg hören wird. Trotzdem sind solche persönlichen Schicksalsschläge bzw. Fehlentscheidungen für Kommissare eine interessante Sache.

Insgesamt zeichnet sich „Fischers Fall“  nicht durch eine übermäßig spannende oder kreative Handlung aus, weiß aber durch die ungewöhnlich klare Ausgangslage und das gelungene Ende zu überzeugen.

Das Hörspiel ist noch bis zum 17. Oktober auf der Radiotatort-Seite runterladbar.

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