Der Haubenmacher


Dr. Franklin hat eine Haube zugeschickt bekommen, trägt sie und wird kurz danach von einem Mob mit Steinen beworfen. Der Grund ist simpel: Die Haube beinhaltet Metallstreifen, die Franklin vor gedankenlesenden Mutanten beschützen. Die sind aber dafür ausgewählt worden, die Gesellschaft vor „Illoyalen“ zu schützen. Wenn sie keine Gedanken lesen können, können sie dies nicht mehr tun. Da sie nicht wissen, wer die Hauben verschickt, sind sie gerade verdammt nervös und nehmen jeden Empfänger von Hauben fest…

Zunächst hat man keine Ahnung, worum es in der Kurzgeschichte eigentlich geht. Wegen einer Hutbedeckung wird man von einem Mob verfolgt? In einem für Dick typischen Gespräch zwischen drei „Offiziellen“ werden dann aber die meisten Fragen geklärt. Offensichtlich dreht sich die Geschichte um eine totalitäre Gesellschaft, die Abweichler nicht toleriert.

Auf nur wenigen Seiten erzählt Dick dann eine Actiongeschichte. Franklin soll verhaftet werden, wir aber zuvor vom Hutmacher entführt. Der enthüllt Frankling, dass die Telepathen planen, die Menschheit zu kontrollieren. Das soll ihnen über ein Gesetz gelingen, das ein Freund von Franklin gerade vorbereitet. Gemeinsam macht man sich auf den Weg zu dem Senator, nur um herauszufinden, dass er ebenfalls ein Telepat ist.

Obwohl schon alles verloren scheint, gewinnen „die Guten“ zum Schluss doch. Denn die Telepathen sind mit einem Psycho-Trick zu besiegen. Die Unverwundbarkeit und Überlegenheit wandelt sich in wenigen Momenten in ihre größte Schwäche. Denn die Telepathen halten untereinander ständig Kontakt und bringen sich auf einmal alle selbst um. Dadurch skizziert die Kurzgeschichte nicht nur eine nüchterne, totalitäre Gesellschaft, sondern verdeutlicht auch wie schnell der Überlegene wieder der Unterlegene werden kann.

“Der Haubenmachert”,21 Seiten, 1955, von Philip K. Dick, aus der Anthologie “Variante zwei”.

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