You’re Getting Old (South Park)

Die Kinder von South Park hören eine neue Musikrichtung, die sich für ihre Eltern einfach nur scheiße anhört. Die Eltern verbieten den Kindern diese neue Musikrichtung und versuchen sie von ihrer, guten alten Rockmusik zu überzeugen. Aber die hört sich für die Kinder scheiße an. Nur Randy tut so, als höre er die Musik der Kinder ebenfalls gerne, um sich nicht so alt zu fühlen. Sein Sohn Stan hat ein anderes Problem. Er ist gerade zehn geworden und zu alt, um die Tween Wave gut zu finden. Auch für ihn hört sie sich scheiße an. Blöderweise hört sich auch alles andere scheiße an und so wird Stan – wie ein Doktor es ausdrückt – zum zynischen Arschloch…

„You’re Getting Old“ ist eine für „South Park“-Verhältnisse erschreckend nachdenkliche Episode, die allerdings auch viel mit Scheiße operiert. Denn in dieser Episode wird all das, was ein Charakter nicht gut findet, für ihn zu Scheiße. So hören die Erwachsenen in der Musik ihrer Kinder nur „Kackgeräusche“, während die Kinder bei Alt-Rock dasselbe hören.

Für Stan wird das zu einem besonderen Problem. Er kann sich weder mit den Ansichten der Erwachsenen anfreunden, noch mit den Aktivitäten seiner Freund. Wo er sich auch hinwendet, begegnet er Scheiße. Dadurch wird er immer in sich gekehrter und trauriger, wodurch zum Schluss selbst Bienen und Blumenstile zu Scheiße werden. In dieser Phase der Neuorientierung lassen ihn zudem seine Freunde im Stich, weil sie sich mit ihm nicht mehr orientieren können. Dieser Hauptteil ist nicht lustig, denn auch die Scheißewitze überzeugen nur einmal und dann nicht wieder.

Randy wiederum glaubt, dass die Kackgeräusche aus der „Tween-Wave“ tatsächlich eine Art Kunst sind. Da er sich das Bild des Junggebliebenen bewahren möchte, gründet er also eine „One Man“-Band und furzt öffentlich in Mikrofone. Obwohl sich der Erfolg nicht einstellt und er lediglich mit einer anderen, zwanghaf junggebliebenen Mutter auf der Bühne furzt, bleibt er seinem Konzept treu. Seiner Frau wird das schnell zu viel und gemeinsam gehen sie der Frage auf den Grund, warum Randy immer irgendwelchen bescheuerten Trends hinterherrennt. Für ihn ist es schließlich kein Problem, sich erst Obama anzuschließen, später bei Tea-Party ähnlichen Organisationen mitzumachen oder zu versuchen ein „Star“-Koch zu werden. Hauptsache er hat etwas Abwechslung in seinem Leben.

Das Fazit ist jedoch sehr ernüchternd. Randy ist einfach unglücklich mit seinem jetzigen Leben, wie seine Frau Sharron auch. Der logische Schritt, die Scheidung, wird in dieser Episode auch tatsächlich vollzogen. Und so wirkt diese „South Park“-Folge nicht nur wie ein Teenager-Drama-Serie, die mit Scheiße und etwas Furzmusik auf den Arm genommen wird, sondern endet auch so. Wie bei einer typischen Drama-Serie wird ein trauriger Kuschelrocksong gesungen, während Randy die Stadt verlässt, Sharon mit den Kindern in ein anderes Haus zieht und Stan weiterhin nur Scheiße sieht und sehr einsam ist. Stans bester Freund Kyle freundet sich derweil immer mehr mit Cartman an.

„You’re Getting Old“ ist nicht witzig. Stattdessen erlauben die Autoren ihren Charakteren zum ersten Mal seit dem Wechsel von der dritten in die vierte Klasse in einer der früheren Staffeln, sich zu entwickeln. Auf einmal zieht das Altern wieder in South Park ein und Charaktere verändern sich. Das „Älterwerden“ wird dabei witzarm aber durchaus bewegend über den Bildschirm gebracht.

Mit dieser Episode verabschiedet sich die Serie in die Staffelhalbzeitpause. Es wird interessant sein, ob die Serie nun tatsächlich ein „Veränderungskonzept“ fährt und die Grundkonstellation von Stan, Kyle, Cartman und Kenny verändert oder ob in der nächsten Episode eine Auflösung folgt. Bis dahin kann man die Folge wie immer online angucken.

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