Hangover 2

„Hangover 2“ bietet handlungsmäßig keine großen Überraschungen. Diesmal ist Stu an der Reihe, zu heiraten. Er hat aus den Erkenntnissen der letzten Hochzeit gelernt und plant keinen Junggesellenabschied. Sein Frau ist Thailänderin, daher findet die Hochzeit da statt. Anstatt einer großen Partie, ist lediglich ein nettes Bierchen am Strand vor dem Hotel geplant. Zu den vier Freunden gesellt sich nun auch noch der Bruder der Braut, Teddy.
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kommt es aber natürlich wieder zu einer durchzechten Nacht. Lediglich Doug scheint sich rechtzeitig abgesetzt zu haben. Die anderen Wachen halb tot (Phil), ohne Haare (Alan) und mit einem fetten Tatoo (Stu) in einem heruntergekommenen Hotelzimmer in Bankog auf. Im Zimmer befinden sich zudem der koksende Verbrecher Chow aus dem ersten Teil, ein merkwürdiger Affe sowie der Ringfinger von Teddy. Stu ist sofort klar, dass die Hochzeit nicht stattfinden wird, solange man nicht Teddy findet. Chow kann Antworten geben, gibt sich jedoch gleich nach dem Aufwachen eine Überdosis Kokain. Und so finden sich die drei „besten Freunde, die man sich nur wünschen kann“ ohne zu wissen, was sie in der Nacht zuvor getan haben, mitten in Bankog wieder…

„Hangover 2“ ist noch abgedrehter und wilder als der erste Teil. Das muss er auch sein, denn das Prinzip der Handlung ist exact wie im ersten Teil. Um zu überraschen oder zu unterhalten, muss die Messlatte halt ein wenig höher gesetzt werden. Letztendlich ahnt man aber im vorraus schon, wo die Handlung eine neue Wendung nehmen wird.

Besonders gelungen ist der Film an den Stellen, in denen er auf den Vorgänger anspielt. Stu versucht alles, um so eine Feier zu verhindern und ist den Rest des Filmes dementsprechend entsetzt, dass es dennoch passieren konnte. Aber auch die anderen kommen immer wieder auf die Idee, vorherige Ansätze auszuprobieren. So ist es logisch, dass die drei Teddy zunächst auf dem Dach suchen.

Alan sorgt in diesem Film wieder für die meisten Lacher, wird an einigen Stellen aber auch übertrieben dargestellt. Wieder ist er es, der die Gruppe betäubt. Diesmal wollte er die anderen jedoch nicht betäuben, sondern nur Teddy treffen. Man ahnt von Anfang an, dass in Alans „Marschmallows“ nicht nur solche vorhanden sind. Sein Hass auf Teddy, den er als Konkurrenten im „Wolfrudel“ sieht, ist zunächst ganz amüsant.

Dann nervt jedoch seine Zuneigung zum Affen ein wenig. Das Kind im ersten Teil war noch skurril, der Affe wirkt nicht nur merkwürdig, sondern ist auch nicht witzig. Alan wiederum geht es den Großteil des Films nur um den Affen und damit drehen sich auch seine Sprüche nur um den Affen. Das ist auf Dauer etwas langweilig.
Dennoch sorgen Alans Egofixiertheit und seine simplen Denkmuster noch immer für einige Lacher – vor allem nachdem der Affe weg ist.

Dadurch dass der Film noch abgedrehter ist als der erste Teil, wirkt er deutlich unrealistisch. Natürlich war auch der erste Teil mit Tiger, Baby und geklautem Polizeiwagen nicht wirklich realistisch. Aber diesmal geschieht einfach so viel Mist, dass es der Zufälle doch ein paar zuviel sind. Außerdem werden Phil, Alan und Stu diesmal merkwürdig verschont. Einmal werden sie von einem Mönch verprügelt und einer wird angeschossen. Ansonsten sind aber vor allem die Polizei und Interpol merkwürdig freundlich zu ihnen. Dabei haben sich die drei in nur einer Nacht in vielfacher Hinsicht strafbar gemacht.

Teddy ist Medizinstudent und Cellospieler. Mit einem fehlenden Finger dürften beide Karrieren nur schwer zu verfolgen sein. Es ist daher nicht verständlich, dass es ein so positives „Happy End“ gibt. Stus Braut versteht alles und auch ihr Vater, der Stu zuvor mehr als verachtet hat, hat auf einmal sogar Respekt für den Mann, der die Karriere seines Sohnes ruiniert hat. Hier hätte man sich zum Schluss durchaus noch etwas einfallen lassen können, um das Happy End zu erreichen.

„Hangover 2“ ist kein innovativer Film mehr, das Prinzip und die damit einhergehende Überraschung ist aus dem ersten Teil bekannt, die Reaktionen der Braut und ihres Vaters zum Schluss wirken nicht überzeugend. Aber sonst ist der Film durchaus unterhaltsam, wartet zwar mit weniger Witzen aber dafür mit mehr absurden Situationen auf. „Hangover 2“ ist also immer noch eine gute Komödie, die allerdings im Schatten des starken Vorgängers steht.

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