Crack Baby Athletic Association (South Park)

Im Fernsehen läuft immer wieder eine Werbung, die um freiwillige für die Fürsorge von „Crack Babies“ wirbt. Das sind Babies, die mit einer Crack-Sucht geboren wurden, weil ihre Eltern dasselbe während der Schwangerschaft zu sich genommen haben. Nach der Geburt werden die Neugeborenen meist von ihren Eltern verstoßen und landen alleine im Krankenhaus. Kyle hält die Werbung nicht mehr aus und möchte sich für die Babies engagieren. Doch im Krankenhaus trifft er auf Cartman. Der möchte den Babies ebenfalls „helfen“, in dem er ihnen mehr Aufmerksamkeit verschafft. Daher macht er Videos von den Babies, wie sie sich um Crack prügeln und stellt sie bei YouTube online. Sein Prinzip hat einen durchschlagenden Erfolg. Aber Cartman will natürlich noch mehr Profit aus den Babies rausschlagen, doch dafür braucht er einen „skruppellosen, geldgierigen Juden“: In seinen Augen kann das nur Kyle sein…

„Crack Baby Athletic Association“ überschreitet die Grenze zum guten Geschmack mal wieder mehrmals. Die Idee der Crack Babies ist abartig, Cartmans Skruppellosigkeit mal wieder nicht zu überbieten. Daher ist die Episode auch selten „lachhaft“ komisch.

Andererseits spielt die Folge auf viele Missstände an. Cartman macht aus den Babies eine „Crack Baby Athletic Association“, um daraus ein „EA-Games“-Spiel zu machen und viel Profi zu schlagen. Er will den Kindern jedoch nichts zahlen. Daher orientiert er sich an dem amerikanischen Universitätssport. Bei dem machen die Unis auch viel Geld mit ihren Athleten, zahlen ihnen aber ebenfalls nichts. Das liegt daran, dass sie eine Regel haben, dass die Studenten kein Geld erhalten dürfen, weil nur der Sport zählen sollte. Also übernimmt Cartman dieses ausbeutende Prinzip einfach. Die Szene, in der er Universitätspräsidenten befragt, wie sie mit „ihren Sklaven“ umgehen, ist dann auch die witzigste.

Der beste Spruch kommt allerdings in einer anderen Szene. Cartman versucht einer werdenden, cracksüchtigen Mutter ein Kind „abzukaufen“. Als sie erfährt, dass das Kind nicht erhält, findet sie das etwas unfair ist. Cartman dazu: „I don’t make the rules ma’am. I’m just the one who thinks them up and writes them down.“ – und er bekommt was er will.

Außerdem spielt die Episode auf die Dekadenz an, die einige Hilfsorganisationen befällt, wenn sie erst einmal Erfolg haben. Die Zahl der Spendenskandale, die aufgedeckt werden, deutet das ja auch in der Realität an. „South Park“ übertreibt das natürlich maßlos und lässt Cartman von dem eingeworbenen Geld einen Whirlpoll bauen, der mit Kentucky Fried Chicken-Chicken Wing-Soße befüllt ist und um den lauter McDonalds Pommes liegen. Ein Traum für Cartman, keine Hilfe für die Babies.

Hinzu kommt noch eine Nebengeschichte, in der der Gitarrist einer Band, als eine Art Santa Clause verklärt wird.

So nachdenklich die Episode mit ihren Anleihen an erfolgreiche, egoistische Start-Ups und an die kurzfristige Aufmerksamkeit für gesellschaftliche Probleme auch ist, wirklich witzig ist sie – wie bereits erwähnt – nicht. Zwar langweilt die Episode nicht, aber meistens sitzt man eher ungläubig v0r dem Bildschirm als lachend. „Crack Baby Atheltic Association“ regt also eher zum Nachdenken an, als dass es zusätzlich noch amüsiert.

Die gesamte Episode kann man sie wie immer auf der deutschen South-Park-Seite auf Deutsch angucken.

 

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