Gegen dagegen ist nicht dafür

Die Grünen klettern von einem irren Hoch zum nächsten. Das liegt sicherlich daran, dass die Atomkatastrophe in Fukushima das Kernthema der Grünen in den Mittelpunkt rückt. Es liegt aber auch an dem Rückenwind, den die Grünen durch den Wahlsieg in Baden-Württemberg gewonnen haben, und daran, dass die Grünen neben der Linken die längste Bundestagsoppositionspartei sind.

Das Meinungsinstitut Forsa sieht die Grünen in der Regel etwas besser als die anderen Parteien. 28 Prozent erscheinen wie Irrsinn, würde die Partei ihr Ergebnis von 2009 damit doch beinahe verdreifachen.

Der Grüne Höhenflug leigt aber vor allem auch an der Alternativlosigkeit der politischen Landschaft. Neben den Grünen ist es niemandem bisher gelungen überzeugende Konzepte zu präsentieren. Die SPD fasst mit ihren Botschaften nicht richtig tritt, CDU und FDP führen eine schlechte Regierung.

Fatal ist dabei auch, dass CDU und FDP nicht einmal versuchen ihre Konzepte zu erklären. Stattdessen führen beide Parteien seit einiger Zeit eine „Gegen Dagegen“-Kampagne. Das mag zwar auf den ersten Blick witzig sein, dauerhaft witzig ist es aber nur für den eingfleischten Kernwähler. Und bei erodierenden Stammwählerschaften reicht das einfach nicht aus.

Denn gegen dagegen zu sein, heißt zwar, dass man dafür ist, erklärt aber noch nicht, warum. Denn „dafür-sein“ ist ja an sich noch keine positive Eigenschaft. Ich könnte auch für das Abholzen aller deutscher Bäume sein, gut wäre die Position dadurch aber noch nicht. Wer also nur „dagegen“ beschimpft, gewinnt nichts. Es braucht auch den Mut, zu erklären, warum man für etwas ist.

Da man bei schwarz-gelb aber nicht mehr weiß, ob die Regierung überhaupt noch für etwas ist, ist die Kampagne noch ein Stück schlechter. Denn wer ohne eigene Ziele gegen dagegen ist, ist ja für gar nichts. Warum aber sollte man Nichts wählen?

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