The King’s Speech

1925 hat der zweite Sohn des brittischen Königs ein Problem: Er stottert. Er ist zwar nur zweiter in der britischen Trohnfolge, aber dennoch muss er von Zeit zu Zeit öffentlich reden halten. Diese enden immer in einem Desaster. Verschiedene Ärzte versagen an der Behandlung des königlichen Patienten. Doch dann wird die Frau des Prinzen auf einen ungewöhnlichen Arzt aufmerksam: Lionel Logue…

„The King’s Speech“ erzählt weitestgehend eine wahre Geschichte. Weitestgehend, weil der Film natürlich keine Doku ist und sicherlich einige Ereignisse der Dramaturgie verschuldet sind. So wird der in Wikipedia erwähnte, erste stotterfreie Auftritt des Königs nicht groß dargestellt. Der Film hat in diesem Jahr zudem vier Oscars gewonnen.
Der Darsteller des Prinzen, Collin Firth, hat den Oscar als bester Schauspieler gewonnen. Das hat er wirklich verdient. Die quälendsten Passagen des Films sind die Stotterszenen. Das Drehbuch geizt nicht an solchen Momenten und trotzdem ist jede wieder langwierig und bedrückend. Man leidet mit der Figur des Alberts, auch weil Firth die „Sprachhemmungen“ außerordentlich überzeugend spielt. Immer bewegt sich zwar der Kehlkopf, aber die Lippen formen keine Worte.

Die Handlung des Films ist ebenfalls sehr gut. Allerdings sind viele Sachen natürlich schon vorher bekannt, nicht nur, dass Albert King George VI. wird, sondern auch, dass dessen Radioansprachen während des zweiten Weltkriegs erfolgreich sein werden. Das nimmt die Spannung, um die es in dem Film aber nicht geht. Stattdessen präsentiert der Film den Charakter des Prinzen und Teile von Lionel Logue.

Denn es scheint, als wollte Logue ursprünglich Schauspieler werden. Das passt natürlich hervorragend zu der Erkenntnis, dass Logue gar kein wirklicher Doktor ist, sondern seine Qualifikationen nur vorgetäuscht hat. Aber hier geht die Handlung nicht in die Tiefe, der Zuschauer kann nur ahnen, dass es Logues eigentlicher Traum gewesen wäre, Schauspieler zu sein.

Die restlichen Charaktere sind stereotyp. Es gibt den intriganten Erzbischof, den partylustigen Bruder und König und die treue und immer gute Frau. Der Film hat außerdem ein paar Szenen, die etwas gestreckt wirken. Dafür verzichtet das Drehbuch aber auf den typischen Filmaufbau. So gib es nicht – wie in den meisten Filmen – einen tiefen, deprimierenden Einschnitt in der Mitte. Stattdessen ist die Beziehung zwischen Albert und seinem „Doktor“ ein auf- und ab, wobei jedes Auf mehr Vertrauen bringt, sodass das letzte, eigentlich heftigste Tief (die Enthüllung der Täuschung) leicht zu bewältigen ist. In dem Moment zeigt sich, dass doch mehr Vertrauen zwischen dem „Arzt“ und seinem Patienten aufgebaut wurde, als sich der Patient eingesteht.

Bei den Krönungsvorbereitungen in Westminster Abbey wirkt die animierte Kirche zunächst sehr beeindruckend, um dann in eine schlichte und beinahe schlechte Animation überzugehen. Das Bild sieht wie aufgemalt aus, was in dem Moment stört. Ansonsten ist das England der 20er und 30er Jahre aber sehr gut in Szene gesetzt. Vor allem die Szenen auf der Straße und im Park sind sehr gelungen inszeniert.

Der Film führt letztendlich zu dem titelgebenden „King’s Speech“, der ersten Kriegsansprache King Gorges VI. Bis dahin werden einige Lacher, etwas Dramatik und ein gelungen Colin Firth geboten. Dazwischen gibt es nur einen Moment, an dem man das Gefühl hat, der Film sei etwas in die Länge gezogen.  Insgesamt ist „The King’s Speech“ also ein guter Film über die Freundschaft zwischen zwei unterschiedlichen Männern, der zumindest den Oskar für den besten Schauspieler wirklich verdient hat.
Der Film war auch in der Kategorie „Beste Filmmusik“ nominiert. Das Hauptthema des Films ist die vier Minuten für den Youtube-Film wirklich wert:

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