Tiefpunkt 26

26 Prozent würde die einstmals recht erfolgreiche Hamburger CDU laut Umfragen an diesem Sonntag bekommen, wenn jetzt schon Bürgerschaftswahl wäre. Für die „CDU pur“-Truppe eine ungünstige Lage. Gleichzeitig teilt Ole von Beust im NDR noch ein wenig aus, „CDU pur“ funktioniert seiner Meinung nach nicht, nur mit Konservativen lasse sich in Hamburg keine Wahl gewinnen.
Aber jetzt hat die konservative Truppe um Ahlhaus ein Thema gefunden, das sich ausschlachten lässt: City-Maut. Die Grünen wollen das und schon kommt man auf die Plakatidee: Wer die City-Maut will, muss rot-grün wollen.

Schnell hat man eine nette gebastet – die zugegebenermaßen nicht gänzlich schlecht ist. Glücklicherweise hat die CDU noch ein schönes Video hinzugesetzt. Zunächst redet der verkehrspolitische Sprecher der CDU davon, was die CDU in Hamburg alles für den Nahverkehr machen möchte. Das ist sehr witzig, schließlich fragt Ahlhaus in Debatten Scholz immer als erstes bei Vorschlägen: „Wie wollen Sie das finanzieren?“ Dazu verliert der verkehrspolitische Sprecher der CDU natürlich kein Wort. CDU pur = Scheinheiligkeit pur?
Danach spricht der Wahlkampfleiter über die bösen, bösen ideologisch verderbten Grünen. Sicherlich sind die Grünen nicht das Gelbe vom Ei. Aber das nicht, weil sie überideologisch sind, sondern weil sie es gerade nicht sind. Wer hat denn in den letzten Jahren mit der CDU die Stadt regiert und zum Beispiel kaum etwas für den Wohnungsbau getan? Das waren die Grünen mit der CDU. Dass die CDU jetzt gerade den Hamburg Grünen, die sogar eine Petition für eine Anti-Atomdemo in der Bürgerschaft aus Koalitionstreue abgelehnt haben, ideologische Scheuklappen vorzuwerden, ist unglaublich albern. Und auch hier gilt wieder CDU pur= Scheinheiligkeit pur.

Nachtrag: Vielleicht könnte der Hamburger-CDU ja noch ein richtig knalliger Wahlkampf-Song helfen, der ständig im Radio läuft. Die CDU hat da ja schon glorreiche Erfahrungen:

NRW-Wahlkampf 2010:

Bundestagswahlkampf 2009:

Bundestagswahlkampf 1972 (?)

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