Sturmfront (Teil 2) (Enterprise Folge 78)

Inhalt: Die Enterprise hängt immer noch in der Vergangenheit fest. Captain Archer ist zwar zurück auf dem Schiff, aber zwei seiner Crewmitglieder sind immer noch gefangen. Doch die Aliens, die mit den Nazis zusammenarbeiten, bieten einen Austausch an…

Kritik: Der „temporale Kalte Krieg“ war in den ersten zwei Staffeln der Serie das einzige Element, das auf einen übergreifenden Handlungsbogen in „Enterprise“ hinwies. Ohne ihn wäre die Serie eine einzelne Ansammlung von Einzelepisoden gewesen. Obwohl gerade diese „Alien-of-the-week“-Situation immer bemängelt wurde, stürzten sich Kritiker auch immer auf den Kalten Krieg. Teilweise geschah dies sogar zu recht, denn dieser „Kalte Krieg“ ist in einigen Punkten durchaus unlogisch und es wurde in den bisherigen drei Staffeln eigentlich keine einzige offen Frage geklärt. Außerdem war das Ausweichen auf die Zukunft des „Star Trek“-Universums grandios unsinnig, wenn man mit „Enterprise“ eigentlich dessen Vergangenheit ausleuchten wollte.

Mit „Sturmfront“ hat die Kritik ein Ergebnis gefunden: Der Kalte Krieg scheint mit dieser Folge beendet zu sein.

Die Episode beginnt famos. Es wird ein Propaganda-Video gezeigt, dass die amerikanische Bevölkerung auf die deutsche Seite ziehen soll. Man sieht, wie Adolf Hitler New York besucht und wie Amerikaner und Deutsche perfekt zusammenarbeiten. Eine gruselige Vorstellung.

Danach geht es leider eher den Berg hinunter. Die Begegnung zwischen Archer und den Aliens ist noch interessant. Das Angebot der Zeitreisenden ist durchaus verlockend, obwohl eigentlich klar ist, dass die Menschen den Aliens nicht trauen können.

Doch dann merkt man, dass Sillik Trips Aussehen angenommen hat. Sillik wird gefangen genommen, aber Archer versucht in keiner Weise mehr Informationen aus ihm herauszupressen. So weiß man bis zum Schluss nicht, welche Ziele Silliks Fraktion nun eigentlich verfolgt.

Gemeinsam gelingt es ihnen die Aliens zu vernichten. Dabei gibt es eine urige Schlacht zwischen der Enterprise und einigen Flugzeugen. Bei der Infiltration der Alien-Station wird Sillik getötet. Er stirbt einen raschen Tod.
Nachdem die Aliens gestoppt wurden, verkündet Daniels, der auf einmal wieder lebt, dass der „temporale Kalte Krieg“ nun nicht mehr stattfindet. Häh?

Warum kann sich die Enterprise-Crew noch an alles erinnern? Warum kann sich Daniels erinnern? Denn dann müsste er sich doch auch an seinen Tod erinnern. Was ist mit der dritten Fraktion um Sillik? Existiert sie noch? Müsste der Kalte Krieg dort nicht weitergehen?
Fragen über Fragen, kaum Antworten.

Das ist schade, denn eigentlich ist auch der zweite Teil ganz nett gemacht. Es gibt gute Effekte und sogar die Dialoge sind erträglich. Schließlich muss die Widerstandszelle erst einmal überredet werden, gegen die Deutschen und die Aliens direkt vorzugehen.

Trotzdem ist das Ende des „temporalen Kalten Krieg“ etwas unwürdig. Man hätte sich dafür mehr Zeit nehmen können.

Der zweite Teil von „Sturmfront“ trumpft mit einem gelungenen Einstand und vielen guten Effekten auf, aber leider hinterlässt er mehr ärgerliche Fragen, als nötig. Als Abschluss für den „temporalen Kalten Krieg“ ist der Zweiteiler nicht gelungen. So kommt die Episode insgesamt „nur“ auf eine gute Wertung. 3 von 5 Punkten.

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