The social network

„The social network“ basiert auf dem englischen Buch „The accidental Billionaires“ und erzählt die Geschichte zweier Gerichtsprozesse gegen Mark Zuckerburg, den Gründer von Facebook. Dabei geht es zunächst um die Anschuldigung dreier Kommilitonen, er habe ihre Idee geklaut und im zweiten Prozess darum, dass er den Mitbegründer von Facebook und seinen ehemals besten Freund aus der Firma getrickst hat. Sowohl der Roman als auch der Film erheben dabei keinen Anspruch auf absolute Realitätsnähe. Daher kann nicht gesagt werden, ob die Dinge, die dort dargestellt sind, wirklich wahr sind.

Interessiert hat mich an dem Film in erster Linie, dass der Erfinder und Hauptdrehbuchschreiber von der genialen amerikanischen Serie The West Wing auch das Screenplay für diesen Film geschrieben hat.

Der Film stellt Mark Zuckerberg als ein Nerd dar, der in erster Linie in einer digitalen Welt lebt und nicht besonders gut mit Menschen umgehen kann. Das liegt daran, dass er absolut unzugänglich ist, sich nicht in andere Menschen reinfühlen kann und man aus ihm auch nicht schlau wird. Und das ist sowohl der negative Punkt an dem Film, als auch der interessanteste: Auch der Zuschauer wird aus der Hauptperson nicht schlau. Ist sie jetzt das reinste Arschloch? Ist sie nur missverstanden? Oder ist sie irgendetwas dazwischen?
Zum Ende des Films nervt der penetrante Zuckerberg schon beinah ein wenig. Allerdings sorgt diese Inszenierung halt auch dafür, dass man nach dem Film über diesen Charakter nachdenkt und sich zwangsläufig ein eigenes Bild machen muss.
Klar ist jedoch, dass Zuckerberg nach dieser Darstellung wohl kein besonders einfacher und vermutllich auch kein besonders guter Freund wäre. So wirkt es umso ironischer, dass gerade er das größte „Freundschaftsnetzwerk“ der Welt gegründet hat.

Ansonsten hat der Film durchaus witzige Passagen und unterhält auf einem kurzweiligen Niveau. Die Dialoge kommen in Sachen Witz, Niveau und Schlagfertigkeit aber bei weitem nicht an die der Serie „West Wing“ heran.

„The social network“ spricht indirekt auch immer wieder die Frage an, wie sinnvoll beziehungsweise wie gefährlich ein Facebook-Profil eigentlich sein kann. Denn seit dieser Plattform hat ja kaum einer noch Probleme die letzten Fitzelchen seiner Privatsphäre zu digitalisieren. Leute, die sich bisher darüber keine Gedanken gemacht haben, könnten nach dem Film eine kritischere Sicht auf das Unternehmen Facebook bekommen. Es ist aber auch gut möglich, dass sie die – nicht im Vordergrund stehenden Anspielungen – gar nicht mitbekommen.

„The social network“ ist also ein fiktiver Film, der einen zum Nachdenken darüber bringt, wer eigentlich die Leute sind, denen man alle Daten zugänglich macht. Währenddessen unterhält der Film kurzweilig, lediglich die Darstellung Zuckebergs stört während des Sehens.

Anderes Thema:
Vor dem Film lief eine Vorschau für eine Comicverfilmung. Diese versucht nicht einmal den Anschein einer niveauvollen Handlung aufzubauen. Allerdings scheint es so, als könnte der Film im Gegensatz zu normalen „Action“-Filmen durchaus witzig sein. Mein Interesse ist auf jeden Fall geweckt, was normalerweise Trailer bei mir nicht schaffen:

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