SMS im Bund

Nachdem der Gesundheitsminister Rösler die Kanzlerin auf einem Volksfest veräppelte, wurden schnell ein paar SMS ausgetauscht. Das war für die Journalisten schon ein Signal, dass alles wieder im Lot war. SMS sind schließlich eine wahnsinnig vertrauensvolle Sache, die nur Freunde miteinander austauschen.

Daher wurde Sigmar Gabriel, nachdem eine SMS Merkels an ihn an die Öffentlichkeit gelangte, ja auch mit SMS-Entzug bestraft. Erst jetzt, kurz bevor sich die beiden bei der Haushaltsdebatte fetzen sollen (so wollen es zumindest die Journalisten) gibt es wieder SMS-Kontakt. Die Funkstille scheint beendet.

Funkstille? Gibt es Kontakt zur Kanzlerin nur über SMS? SMS mit der Opposition, das ist irgendwie noch verständlich. Aber dass man mit dem eigenen Kabinett nicht einfach mal telefonieren kann, ist doch irgendwie merkwürdig. Das zeigt aber auch, was für eine moderne Kanzlerin wir eigentlich haben. Schließlich gibt es mittlerweile immer mehr Menschen, die ihren meisten Kontakt via SMS und Internet regeln. Modern, modern, nur nicht wirklich persönlich.

Warum aber gelingt es ihr nicht, Steinbach und Konsorten mit ein paar SMS zu befriedigen? Vielleicht ist die Gruppe einfach zu konservativ für den SMS-Stil der Kanzlerin.
Andererseits weiß sie vielleicht gar nicht, was sie in die SMS schreiben soll. Schließlich haben Steinbach und Co überhaupt nicht formuliert, wie sie sich eine Rechtswendung der Union eigentlich vorstellen. Oder reicht es für einen Rechtsruck aus, wenn Merkel auch sagt, dass Polen schon vor dem deutschen Angriff mobil gemacht hat?

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