Indiskretionen (Deep Space Nine Folge 77)


Inhalt: Auf Cardassia kommt es zu einer Revolution, die die militärische Führung hinwegfegt. Die Zeichen stehen auf Versöhnung zwischen Cardassia, Bajor und der Föderation. In dieser Zeit erhält Kira einen Hinweis auf den Verbleib eines ehemaligen cardassianischen Gefangenentransporters. Auf diesem flog auch ein ehemaliger Liebhaber von ihr, den sie gerne wiedersehen würde. Die neue cardassianische Regierung bittet darum, ebenfalls einen Repräsentanten auf die Reise zu schicken, schließlich war das Schiff cardassianisch. Kira ist nicht begeistert, willigt aber ein, um die neuen Beziehungen nicht zu gefährden. Der Repräsentant ist dann aber doch eine kleine Überraschung: Dukat.

Kritik: Die Episode beginnt etwas schwach. Schließlich ging es in der Serie schon oft genug um bajoarnische Gefangene. Langsam ermüdet das ein wenig. Dukats Auftritt verändert das jedoch.

Außerdem ist es gleich zu Beginn eine überraschende Neuigkeit, dass die cardassianische Führung gewechselt hat. So etwas war vor kurzem noch nicht vorstellbar. Auch daher ist es merkwürdig, dass Dukat mit auf die Mission kommt. Als militärischer Führer sollte er auf Cardassia eigentlich keine Position mehr haben.

Von diesen Fragen lebt die Episode. Die Chemie zwischen Kira und Dukat ist herrlich. Man kann vor allem von Kira noch immer die alte Feindschaft spüren. Dukat wiederum versucht immer wieder ein Gespräch zwischen ihm und Kira aufzubauen, scheitert aber meist kläglich.

Dukat hat natürlich ebenfalls einen persönlichen Grund, warum er das Schiff finden möchte. An Bord waren seine bajoranische Geliebt und seine halbbajoranische Tochter. Die Fortschritte, die Kira und Dukat während ihrer Reise machen, werden sofort wieder zerstört, als Kira erfährt, dass Dukat seine Tochter umbringen möchte. Er denkt, sie würde weder auf Cardassia noch auf Bajor akzeptiert werden und möchte sie daher von ihren „Qualen“ erlösen.

Die Gefangenen werden mittlerweile allerdings von den Breen festgehalten. Dieses Volk war vorher noch nicht bekannt, lebt laut Dukat aber auf einer eiskalten Welt. Sie können die Hitze auf dem Planeten, über dem das Schiff abgestürzt ist, daher nicht ab und lassen die Cardassianer und Bajoraner arbeiten.

Kira und Dukat schaffen es, die Breen zu überwältigen, was mal wieder recht unrealistisch wirkt. Typisch „Star Trek“ bringt Dukat zum Schluss seine Tochter nicht um, sondern lässt sich von ihr selbst dazu überreden, sie mit nach Cardassia zu nehmen. Die sehr spannende Episode bekommt dadurch noch ein Soap-Ende.

Neben dieser Haupthandlung gibt es aber noch eine äußerst gelungene Nebenhandlung. Siskos Freundin Kassidy möchte einen Job annehmen, der es ihr ermöglicht, häufiger auf DS9 zu sein. Sisko ist davon nicht sofort begeistert, denn er hat ein wenig Angst vor einer weiteren ernsten Beziehung. Kassidy merkt das sofort. Wie Sisko darauf reagiert ist herrlich und meistens zum Brüllen komisch. Ein wirklich überzeugender Nebenplot.

„Indiskretionen“ ist die erste Hälfte über recht spannend, wartet dann aber mit einem unrealistischen Ende auf. Die urkomische Sisko-Handlung und die interessante Wendung auf Cardassia sorgt aber dafür, dass die Episode trotzdem eine sehr gute Wertung bekommt. 4 von 5 Punkten.

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