Of Mice and Men (von John Steinbeck)

„Of Mice and Men“ erzählt die Geschichte der beiden amerikanischen Wanderarbeiter Lennie und George. Sie ziehen von Farm zu Farm um sich etwas Geld zu verdienen. Der ständige Wechsel des Arbeitsplatzes wird durch Lennie nötig. Er ist ein Muskelprotz, ist sich aber seiner Kraft nicht bewusst, da er von äußerst schlichtem Gemüt ist. George bleibt ständig bei ihm und versucht ihn von Dummheiten abzuhalten. Das verschafft George zwar Respekt von anderen Arbeitern, aber immer auch Probleme, wenn Lennie wieder eine Dummheit begeht. Wenn er Lennie zu etwas anlieten möchte, erzählt er Lennie immer Visionen über eine Farm, die die beiden irgendwann kaufen möchten. Dort dürfte Lennie – wenn er keinen Fehler macht – die Kaninchen streicheln…

Die Novelle ist wunderbar geschrieben. Immer wenn George über die gute Zukunft schwärmt, gerät man auch als Leser ins schwärmen. Innig wünscht man sich, dass dieser Traum für die beiden Protagonisten in Erfüllung geht. Es ist aber von Anfang an absehbar, dass dies nicht gelingen kann.

Lennie tötet schon auf dem Weg zu der nächsten Farm immer wieder Mäuse. Er ist sich dessen gar nicht bewusst, möchte sie eigentlich nur streicheln. Im Gespräch mit George kristalisiert sich immer mehr heraus, dass Lennie begriffsstutzig ist.

Steinbeck skizziert mit den Arbeitern auf der Farm auch das Leben der Wanderarbeiter. Es ist kärglich und ohne Perspektive. Lennie verbreitet Georges Vision. Sie trifft auf ungeteilte Zustimmung, nur die „erfahreneren“ Arbeiter wissen: Das kann nichts werden.

Dabei kommen George und Lennie ihrem Ziel zunächst näher. Sie verbünden sich mit einem Arbeiter, der eine Entschädigung für einen Arbeitsunfall bekommen hat. Dadurch müssen sie nur noch einen Monat weiterarbeiten, um das Geld für eine Farm zusammenzuhaben.

Natürlich passiert dann das unvermeidbare: Lennie begeht eine Dummheit. George hat ihn die ganze Zeit vor der gelangweilten Frau des Vorarbeiters gewarnt. Als alle Männer in der Stadt sind, macht sie sich an Lennie heran. Dieser tötet sie, ohne sich dessen wirklich bewusst zu werden.

Alle machen darauf Jagd nach Lennie. George findet ihn zuerst. Er weiß, dass der Rest Lennie lynchen wird. Daher bereitet er ihm, ein verhältnismäßig schönes Ende.
Der Leser weiß, dass George keine Alternative hat. Trotzdem ist es eine unglaublich grausame Tat. Eine Tat, die zudem auch ein anderer Wanderarbeiter zuvor tun musste, allerdings bei seinem Hund.

Mit Lennies Ende platzt auch der Traum von der gemeinsamen Farm. Die Träumereien, die sich so realistisch anhörten, platzen.

Lennie ist zum Schluss ungefähr so viel wert wie ein alter, blinder Hund oder eine der Mäuse, die er immer getötet hat. Nicht weil er bösartig ist, sondern einfach weil er imme wieder in Versuchung geführt wird und sich dessen überhaupt nicht bewusst ist. Lennie ist einer der sympatischsten Mörder.

„Of Mice and Men“ kritisiert aber auch die Verhältnisse. Ärmliche Verhältnisse, unsichere Arbetisplätze, ausgegrenzte Farbige, all das findet man auf den wenigen Seiten. Steinbeck war selbst zwei Jahre Wanderarbeiter, weswegen seine Beschreibungen unglaublich realistisch wirken. Am längsten bleiben die kindlichen Hoffnungen der Arbeiter hängen. Hoffnungen, die sich nicht erfüllen können.

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