Nachwuchs (von Philip K. Dick)

Ed Doyle hat sich angestrengt, um pünktlich zur Erde zu kommen. Der Grund: Seine Frau bekommt ein Kind. Doch nach der Geburt muss Doyle bemerken, dass sich die Erde ganz schön geändert hat. Kinder wachsen nicht mehr bei ihren Eltern auf, sondern werden von Robotern aufgezogen, damit „emotionale Elemente“ nicht ihrer Erziehung beeinflussen. Doyle kommt damit nicht gut zurecht…

„Nachwuchs“ ist eine merkwürdige Geschichte. Sie wirkt zum einen völlig unmenschlich. Den Einfluss, den Roboter in dieser Geschichte haben, ist unglaublich. Und obwohl sie überall im Leben eine immens wichtige Rolle spielen, regt sich niemand auf.

Genauso merkwürdig ist, dass sich die Erdgesellschaft so schnell verändert, während Ed Doyle auf seinen Handelsreisen ist. Er muss mitbekommen habn, wie sich die Gesellschaft verändert hat.

Die Geschichte zieht auch keine Konsequenz aus der beschriebenen Gesellschaft. Zu keinem Zeitpunkt lehnt sich jemand auf. Ed Doyle versucht lediglich nach neun Jahren seinem Sohn zu zeigen, was menschlich sein bedeuten kann. Er hat dazu neunzig Minuten Zeit und versagt. Das ist kein Wunder, schließlich wurde sein Sohn darauf getrimmt, nur eine Form von Erziehung für gut zu befinden. Nach neun Jahren „Spezialisierung“ werden 90 Minuten nichts ändern.

Das Ende zeigt, dass sich Ed Doyles Sohn besser mit Robotern versteht als mit Menschen. Auch das ist klar, schließlich hat er sein ganzes Leben nur unter Robotern verbracht und nicht unter Menschen. Die Aussage der Geschichte ist dann wohl, dass ein Mensch, der sein Leben nur mit Robotern verbringt, ebenfalls zu einem wird. Das ist zwar recht interessant, wird dem Leser in dieser Geschichte aber äußerst unspektakulär präsentiert.

„Nachwuchs“, 24 Seiten, 1954, von Philip K. Dick, erhältlich bei Zweitausendeins in der Anthologie „Variante zwei“.

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