Nanny (von Philip K. Dick)

„Nanny“ zeigt das Leben einer Familie in der Zukunft. Man hat ein wenig investiert und eine „Nanny“ gekauft, die sogar noch intelligenter ist als die Küche der Familie.
Denn bei der Nanny handelt es sich um einen äußerst klugen Roboter.
Bald wird jedoch ein Problem deutlich: Die Nanny kämpft ständig mit den Modellen der Konkurrenzfirmen…

Nachbarschaftskrieg in neuen Dimensionen. Vermutet man zunächst noch, dass der Roboter hier Stück für Stück die Kontrolle über die Familie übernimmt, belehrt einen der Verlauf der Geschichte eines Besseren.
Stattdessen erlebt man bald skurrile Kampfszenen im Vorgarten und im Stadtpark.

Da kommt natürlich die Frage nach dem Sinn dieser „Kampfprogrammierung“ auf. Auch dieser wird sehr schnell deutlich. Die „Nannys“ sind unglaublich teuer, sind dafür aber sehr robust.
Doch dadurch, dass sie sich ständig mit stärkeren oder schwächeren Modellen prügeln, zerstören sie sich in wenigen Wochen selbst. Die Familien, mittlerweile von der „Nanny“ abhängig, kaufen bald darauf ein noch stärkeres Modell mit noch besseren Waffen.
Der Gewinner? Das sind natürlich die Herstellerfirmen. Und auf einmal macht die Programmierung sogar Sinn.

Bezeichnend ist, dass kein einziger Familienvater hinter dieses Prinzip kommt. Stattdessen fühlen sie sich alle in ihrem Stolz verletzt und besorgen sich ein noch besseres Modell.
Hier macht männlicher Stolz pervertierten Kapitalismus erst möglich.

„Nanny“ ist eine skurile Satire, die dabei überraschend real wirkt. Zudem ist sie für ihr Alter überraschend aktuell. Unterhaltsam.

„Nanny“, 23 Seiten, 1955, von Philip K. Dick, erhältlich bei Zweitausendeins in der Anthologie“Und jenseits…das Wobb“.

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