Eindringling (von Philp K. Dick)

Die Menschheit ist in der Lage, Sonden in die Vergangenheit zu schicken, um diese zu erkunden. Man könnte die Sonden natürlich auch in die Zukunft senden, doch das ist verboten. Schließlich weiß man nicht, wie sich die Zukunft entwickelt, wenn man jeden Fehler, den man macht, ausmerzt.
Nun aber hat der Polit-Wissenschaftshof eine Wissenschaftlerabteilung damit beauftragt, in die Zukunft zu sehen. Das Ergebnis ist positiv. Hundert Jahre später herrscht Frieden, der Hunger wurde ausgemerzt und allen Menschen geht es gut.
Als sie das zweite Mal in die Zeit schauen, sehen sie jedoch eine verwüstete Welt und beim dritten Mal ist die Menschheit komplett ausgelöscht. Der Wissenschaftsrat ist verzweifelt und so wird ein Mann namens Hasten in die Zukunft geschickt, um zu gucken, was die Katastrophe ausgelöst haben könnte…

Zeitreisen und Zeitlinien sind ein gefärliches Spiel. Selten behält der Leser dabei den Überblick. Am wichtigsten ist eigentlich nur, dass man das Gefühl hat, der Autor habe wenigstens den Überblick behalten.
Dieses Gefühl hat man bei Dick schon. Richtig Sinn macht die ganze Geschichte dann aber doch nicht.

Spannend ist sie ja durchaus. Eine zukünfitiges Utopia wird von den Menschen durch eine eigene Dummheit ausgelöscht. Zum Schluss führt die Neugier gar zur Zerstörung der Menschheit. Der Weg, wie das passiert ist allerdings seltsam. Es sind Insekten, die die Menschen töten. Und eben diese Insekten bringt Hasten aus Versehen mit in die Vergangenheit. Man könnte also davon ausgehen, dass diese Zukunftsmission selbst dafür sorgt, dass die Menchheit ausgelöscht wird.

Dann stellt sich allerdings die Frage, woher die Insekten denn nun kommen. Sind sie ein Zeitparadox? Oder wurden sie mit einem Asteroidenabsturz auf die Erde gebracht und hätten die Menschheit sowieso irgendwann getötet?

Bei der zweiten Alternative hat die Menschheit nun den Vorteil, dass der Rat sofort reagieren kann. Ganz klar ist allerdings nicht, wie die Zukunft so krass zerstört werden konnte.

Klar ist nur, dass der Mensch mal wieder (wie so oft bei Dick) alles Schöne zerstört. Diesmal allerdings zur Abwechslung mal unbewusst.

„Eindringlin“, 16 Seiten, 1954, von Philip K. Dick, erhältlich bei Zweitausendeins in der Anthologie“Und jenseits…das Wobb“.

Dick schreibt in einem kurzen Kommentar zu der Kurzgeschichte übrigens: „Hinter dem Schönen verbrigt sich das Häßliche: In dieser etwas unausgegorenen Geschichte ist bereits angelegt, was später Thema Nummer eins von mir werden sollte – daß nichts ist, was es zu sein scheint. Diese Geschichte sollte als eine erste Fingerübung zu diesem Thema angesehen werden, denn ich begriff gerade erst, daß die sichtbare Erscheinungsform eines Dings und das Ding an sich zwei grundverschiedene Sachen sind.“ Danach zitiert er noch Heraklit. Also liegt der Geschichte immerhin ein interessanter Ansatz zugrunde UND die Menschheit hat nur das hässliche nicht sofort erkannt (?).

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