Die Kanone (von Philip K. Dick)

Ein Raumschiff fliegt einen Planeten an, dessen Rasse sich mit Atombomben selbst zerstört hat. Die Crew hat das System nie besucht, da man dort keine Anzeichen für wirklich intelligentes Leben fand. Nun sind sie wegen der Explosion da. Schnell finden sie heraus, dass auf dem Planeten kein Leben mehr existieren kann. Die Rasse, die den Planeten bewohnt hat, hat etwas für die Raumpatrouille Unvorstellbares getan: Sie hat gegen sich selber Krieg geführt und sich dadurch selbst vernichtet.
Der Kapitän befiehlt den Heimflug. Doch in dem Moment wird das Schiff mit zwei Atombomben angegriffen…

Wieder eine atmosphärisch sehr dichte Kurzgeschichte. Ich glaube, die Crew des Schiffes kann nicht aus Menschen bestehen. Denn Menschen würden sich nicht darüber wundern, dass man gegen die eigene Gattung Krieg führt. Interessant sind dann Unterhaltungen, in denen die Besucher vermuten, dass Menschen in Uniform zum System des untergegangenen Volkes gehörten wie Pfarrer und Politiker.

Es ist zu vermuten, dass der zerstörte Planet die Erde ist. In den Jahren, in denen diese Geschichte enstanden ist, war die atomare Katastrophe sowieso das bestimmende Thema der Science-Fiction. Vielleicht wollte Dick ja darauf anspielen.

Achtung Spoiler zum Rest der Geschichte
Dann stellt sich später ja heraus, dass das Schiff von einer automatischen Kanone angegriffen wurde, die den gedanklichen Schatz der untergegangenen Rasse (Literatur etc.) beschützt. Auch das ist wieder ein interessantes Motiv. Obwohl man untereinander Krieg führt, weiß man doch, dass man etwas wirklich Wertvolles besitzt. Doch wie schützt man es? Mit Waffen, sodass niemand es retten kann.
Natürlich kommen die Besucher auf die Idee, die Kanone zu zerstören. So können sie mit dem Schiff fliehen, um später zurückzukommen und die Schätze zu heben und das Gedankengut dieses Volkes vorm ewigen Vergessen zu bewahren.
Sie glauben dann sicher landen zu können, schließlich ist die Kanone ja zerstört.
Die Geschichte endet jedoch damit, dass aus einer unterirdischen Behausung, Reparaturwagen starten, um die Kanone wieder zu reparieren. Sollten sie also zurückkehren, fliegen sie in den Tod. Es ist also wahrscheinlich, dass das Gedankengut somit für immer verloren ist.

Ein weiteres Thema sind die Gedankengänge des untergegangen Volkes. Ein Crewmitglied spekuliert, dass es nur Feinde und keine Freunde kannte, dass sie überall nur böses vermuten. Eine Einstellung, die in Teilen durchaus auf die Menschheit zutreffen könnte. Ob es dann aber so weit geht, dass man alles mit Waffen schützen muss, wird die Zukunft zeigen.

„Die Kanone“, 19 Seiten, 1952, von Philip K. Dick, erschienen bei Zweitausendeins in der Anthologie „Und jenseits…das Wobb“.

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