Welt in Angst (von Christian Schwarz / Maddrax Band 509)

Die asiatische Stadt Agartha ist Opfer der Dimensionsverschiebung nach der Rettung der Erde geworden. Sie wurde in eine Parallelwelt transportiert, in der die Zukunft der Menschheit noch düsterer ist als im „Maddrax“-Universum. Um China aus Tibet zu vertreiben, experimentiert ein radikaler Wissenschaftler my hydritischer DNA. Es gelingt ihm, deren Gewalttrieb zu isolieren. Doch das Mittel verbreitet sich schneller als gedacht. Anstatt nur die Chinesen aus Tibet zu vertreiben, droht die ganze Menschheit zu Zombies zu werden. Als Agartha versetzt wird, existiert die Menschheit kaum noch. Lediglich kleine Widerstandsgruppen können in Verstecken überleben. Eine Erkundungsmission Agarthas gerät unwissend in diese Zombieverseuchte Welt und trifft auf eine Gruppe Überlebender, deren Versteck durch eine unerwartete Explosion von den Zombies überrannt wird.

Die Dimensionsverschiebungen dieses Zyklus sorgten bisher für einige kuriose Konflikte. Mal mussten sich Matt und Aruula mit Dinosauriern, mal mit einer Steampunk Gesellschaft auseinandersetzen. Alles in allem stellen sie bisher jedoch keine Bedrohung dar, da sie immer von undurchdringlichen Pflanzenmauern umgeben sind. Daher ist unklar, was die eigentliche Bedrohung dieses Zyklus sein wird. In „Welt in Angst“ ändert sich dies nun. Man ist so daran gewohnt, dass Teile einer anderen Dimension in die „Maddrax“-Dimension versetzt werden, dass es eine Weile dauert, bis klar wird, dass in dieser Folge Agartha selbst in eine andere Dimension versetzt wurde. Das erhöht die Bedeutung dieser Phänomene um einiges: Denn wenn das Rätsel nicht nur gelöst, sondern auch rückgängig gemacht wird, verschwindet Agartha als Handlungsort aus „Maddrax“.

Abgesehen von der größeren Bedeutung der Handlung ist „Welt in Angst“ ausgesprochen spannend und beklemmend. Die hier dargestellte Zombie-Apokalypse ist atmosphärisch stark. Das liegt zum einen an dem aktuellen politischen Hintergrund. Auf der einen Seite predigt die tibetische Exil-Führung Frieden. Auf der anderen Seite ist auch in unseren Zeiten der Buddhismus nicht gänzlich gegegen Gewalt und Ausschreitungen gefeit wir jüngste Entwicklungen in Myanmar und Sri Lanka zeigen. Die verzweifelte Forschung an dem Medikament wirkt deswegen aktuell und beklemmend. In Windeseile vernichtet das Virus die Menschheit und verwandelt die Überlebenden in bluthungrige Zombies. Schwarz gelingt es diese Apokalypse in wenigen Bildern eindrucksvoll entstehen zu lassen. Der Großteil der Geschichte ist aus der Perspektive einer kleinen Gruppe Überlebender, deren eigentlich perfekt abgeschirmtes Versteck gerade von Zombies überrannt worden ist. Dadurch kommen sie mit der Forschungsexpedition aus Agartha in Kontakt und können einander gemeinsam helfen. So wirklich vertraut ist man mit keinem der Protagonisten. Da Schwarz jedoch das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe sehr überzeugend skizziert, fiebert man mit dem Kampf der Agartha-Truppe ums Überleben mit.

Und als wäre die Folge nicht schon stark genug, baut Schwarz am Ende noch recht überraschend einen Saboteur in die Gruppe aus der anderen Dimension ein. Dabei handelt es sich um die Tochter des Forschers, der für das Virus verantwortlich ist. Beide gehörten einst der Überlebendengruppe an. Doch als die Gruppe über ihre Vergangenheit erfuhrt, verbandte sie den Vater. Verzweifelt sabotierte die Tochter das Gegenmittellabor, damit die Gruppe wieder auf ihren Vater angewiesen ist. Dieser Plan misslingt und am Ende muss die am Boden zerstörte Tochter damit leben, dass ihr Vater wohl alleine von seiner eigenen Erfindung in der Verbannung zur Strecke gebracht wird. Dies ist ein sehr gelungener Höhepunkt für einen spannenden und beklemmenden Roman.

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